Vereinstreffen München 2010

Status der Anmeldung: 
Geschlossen (Anmeldeschluss oder maximale Teilnehmerzahl erreicht)

Am 3. Januar war es wieder einmal so weit: Die Orpheus'ler (und solche, die es werden wollten) versammelten sich zum achten jährlichen Treffen mit dem Titel "Göttingen VIII" im winterlich-frostigen München. Mit insgesamt 23 Teilnehmern erreichten wir nicht nur eine Primzahl (und die geheime Zahl der Illuminaten, was aber niemand wissen darf), sondern zugleich auch das Maximum aller bisherigen Göttingen-Treffen. Als alle eingetroffen waren und ihre Zimmer bezogen hatten, begaben sich diejenigen, die noch hungrig waren, in den Augustinerkeller für eine zünftige bayerische Stärkung. Gut gesättigt endete der Abend in ebenso gemütlichen wie tödlichen Mafiarunden.

Herberge

Der nächste Morgen begann zunächst etwas diffus, denn die Ortsunschärfe der Teilnehmer war noch recht groß. Doch schließlich gelang es, sie alle in ein Kondensat zu überführen und dieses per Straßenbahn zum Deutschen Museum zu befördern, in dem sich das Kondensat jedoch schnell wieder zerstreute. Für die nächsten fünf Stunden propagierten stattdessen einzelne Cluster von Teilnehmern durch das Museum, deren Aufenthaltswahrscheinlichkeit sich auf Bereiche wie Physik, Starkstromtechnik und Nanotechnologie konzentrierte. Erst danach kondensierten wieder alle, um sich zu einem Gruppenfoto vor den Blitzerzeugern einzufinden.
Gruppenfoto

Für den Nachmittag war eine kleine Stadtführung vorgesehen. Vom Isartor zum Marienplatz mit dem Rathaus, von der Frauenkirche zum Odeonplatz. Danach waren nicht nur die Gemüter gefüllt, sondern auch die äußeren Extremitäten tiefgefroren und es wurde Zeit, wieder zur Herberge zurückzukehren, wo wir uns mit 1,77 m² Pizza eindeckten und sättigten. Am Abend fand schließlich die Mitgliederversammlung des Orpheus e.V. statt. Nach dem auch der letzte Punkt abgehakt war, endete der Abend erneut mit der Bildung und Aufdeckung mafiöser Strukturen.
Am Tag darauf verlief die Kondensation ein wenig schneller und so gelangten wir in recht kurzer Zeit mit der Straßenbahn zum Sendlinger Tor. Leider erwies sich das Umsteigen in die U-Bahn als etwas problematisch, da der einzige Fahrstuhl defekt war. Doch davon lassen sich echte Physiker natürlich nicht abschrecken. So gelang es schließlich, die Orphonen auf zwei Bunches aufzuteilen, getrennt zu beschleunigen und kurz vor dem Target in Garching wieder zu vereinigen, wo sie vollzählig und ohne Verluste das Maier-Leibnitz-Laboratorium erreichten.
Tandem-Beschleuniger

Im Labor durften wir uns nach einer kleinen Einführung und dem obligatorischen Ausfüllen der "Wir-haben-eine-Sicherheitsbelehrung-erhalten-und-betreten-jetzt-einen-Kontrollbereich"-Bescheinigung einen Teilchenbeschleuniger anschauen - genauer gesagt, einen Tandem-van-de-Graaff-Beschleuniger, bei dem zunächst negativ geladene Ionen hin zu einer positiven Elektrode beschleunigt werden, dort ihre Elektronen abgeben und dann als positiv geladene Ionen wieder von ihr wegbeschleunigt werden. Dieser Ionenstrahl passiert auf dem Weg zu seinem Ziel zahlreiche Linsen, Ablenkmagnete, Spalte, Filter - und eine Gans.
Gans

Mindestens genau so viel Interesse weckte ein etwas kleinerer Beschleuniger, der sich im Kontrollraum befand. Dieser beschleunigte jedoch keine Ionen, sondern Metallkugeln, die ein Target aus metallischen Kegeln erreichen sollten. Um dieses sicher zu treffen, lenkte ein System von "Linsen" die Kugeln auf eine (mehr oder weniger) stabile Bahn. Erst der Hunger brachte die Teilnehmer wieder auf andere Gedanken und führte sie zum Restaurant "Poseidon" in Garching, wo wir uns mit hellenischen Köstlichkeiten eindeckten.
Den Nachmittag verbrachten wir erneut im Beschleunigerkontrollraum - allerdings nicht (nur), um Metallkugeln zu beschleunigen, sondern um uns gegenseitig mit kurzen Vorträgen über unsere aktuelle physikalische Tätigkeit zu informieren. So ging es von schweren Themen wie der Problematik der Quantengravitation, über anti-schwere Themen wie Antigravitation und denk-bares wie ein selbstgebautes EEG, bis hin zu kalten Fermigasen und heiß umkämpften Physik-Wettbewerben.
Vorträge

Mit vollem Kopf und leerem Magen ging es zurück in die Münchner Innenstadt, wo wir den Abend in der Gaststätte Atzinger verbrachten. Gut gestärkt begaben wir uns schließlich wieder in die Herberge, wobei sich uns an einer Straßenbahnhaltestelle ein ganz besonderes Bild bot: Die neue, geheime Straßenbahnlinie "test" - waren etwa doch die Illuminaten im Spiel?
Vorträge

In der Herberge angekommen widmeten wir uns - wie sollte es auch anders sein - wieder dem allseits beliebten Mafiaspiel. Dieses erwies sich als um so lustiger, da die letzte überlebende Mafiosa "in flagranti" erwischt wurde, als sie bei dem Versuch, jemanden mit einer Karotte zu erstechen, in lautes Gelächter ausbrach und damit halb Palermo aus der nächtlichen Ruhe aufweckte.
Nach so viel Physik und Mafia war es schließlich wieder an der Zeit, sich von München und den Mit-Orpheus'lern zu verabschieden - spätestens bis zum nächsten Göttingen.

Ort: 
München
Dauer: 
Sonntag, 3. Januar 2010 bis Mittwoch, 6. Januar 2010
Unterkunft: 
Deutschland
Tagungsort: 
Deutschland