Seminar Rostock 2010

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Geschlossen (Anmeldeschluss oder maximale Teilnehmerzahl erreicht)

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Pressebericht:

Das diesjährige Seminar des Orpheus e. V. zur Vorbereitung auf das deutsche Auswahlverfahren zur Internationalen Physikolympiade (IPhO) fand vom 8. bis 10. Oktober 2010 an der Universität Rostock statt. Das Seminar richtete sich an Schüler, die sich durch die erfolgreiche Teilnahme an der ersten Runde des Auswahlwettbewerbs für die zweite Runde qualifiziert haben. Die Anforderungen des Auswahlwettbewerbs übersteigen die von Aufgaben in der Schule mitunter deutlich. Mit der Qualifikation zur zweiten Runde haben die Schüler jedoch gezeigt, dass sie die nötige Motivation und Fähigkeiten besitzen, sich in benötigten Stoff einzuarbeiten.

Physikalisches Institut an der Universität Rostock

Seit dem ersten Orpheus-Seminar 2005 ist die Veranstaltung kontinuierlich gewachsen. Dennoch überstieg die Nachfrage bisher das Angebot. Beim vorangegangenen Seminar 2009 in Kaiserslautern konnten z. B. 70 Plätze angeboten werden, vielen weiteren Interessenten musste jedoch abgesagt werden. In diesem Jahr konnten 83 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dem Seminar begrüßt werden. Damit hat sich das Wachstum der Veranstaltung weiter fortgesetzt. Zudem musste erstmals keinen interessierten Schülern abgesagt werden. Zum einen erlaubte die Unterstützung für das Seminar, dieses Mal eine größere Zahl an Plätzen anzubieten, zum anderen war die Nachfrage insgesamt etwas geringer als im Vorjahr.
Einzelne Absagen bezogen sich auf den diesjährigen Veranstaltungsort, welcher vor allem aus dem Süden Deutschlands mit einigem Aufwand der Anreise verbunden war. Betrachtet man die Herkunft der Teilnehmer aus den verschiedenen Bundesländern, kamen die Seminarteilnehmer aber dennoch aus allen Teilen des Bundesgebietes.

Die Organisation des Seminars lag in den Händen von Vitaly Andreev, sowie der Landesbeauftragen der Physik-Olympiade in Mecklenburg-Vorpommern, Frau Prof. Dr. Heidi Reinholz. Tatkräftige Unterstützung kam auch von der Universität Rostock. Im Orpheus-Verein engagierten sich noch Tobias Fritz, Axel Boeltzig und Dankrad Feist. Manuel Bärenz und Patrick Steinmüller übernahmen die Planung der Seminarthemen.

Eingeladen waren alle erfolgreichen Teilnehmer der ersten Runde des deutschen Auswahlverfahrens zur Internationalen Physik-Olympiade. Zusätzlich nahmen weitere physikinteressierte Schülerinnen und Schüler aus dem gastgebenden Bundesland teil.

Im Vergleich zum potentiellen Teilnehmerkreis der für die zweite Runde Qualifizierten nahmen überproportional viele Schülerinnen an dem Seminar teil. Ebenfalls stärker vertreten waren vergleichsweise junge Schüler, z. B. aus der 9. Klassenstufe. Da bei der IPhO nicht nach Klassenstufen unterschieden wird, haben diese mitunter größere Schwierigkeiten, da sie manche (insbesondere mathematische) Themen noch nicht im Unterricht behandelt haben. Daher wurden für diese Schüler auch spezielle Seminare angeboten, um die Grundlagen zu vermitteln und den Anschluss an die anderen Seminare zu erleichtern.

Die Anmeldung für das Seminar erfolgte online. Die Teilnehmer gaben dabei auch ihre Präferenzen für die angebotenen Themen der Seminare und Experimente an. Somit konnte im Voraus die Einteilung und der Ablauf der Veranstaltungen vollständig geplant werden. Bei seiner Ankunft am Freitagnachmittag erhielt jeder Teilnehmer einen detaillierten Plan mit allen Veranstaltungen und Experimenten, sowie deren Zeiten und Raumnummern. Eine manuelle Erstellung des Ablaufs wäre aufgrund der Größe des Seminars sehr aufwändig gewesen. Die Stundenpläne wurden daher mithilfe von GLPK (GNU Linear Programming Kit) erstellt, die Programmierung übernahmen Manuel Bärenz und Fabian Gundlach.

Das Seminar wurde durch die Begrüßung der Teilnehmer durch Vitaly Andreev und den geschäftsführenden Direktor des Institutes für Physik, Prof. Lochbrunner eröffnet. Im Anschluss gab es eine Einführung zum Physikstudium allgemein, und den Schwerpunkten der Forschung an der Universität Rostock. Zuletzt stellten sich noch die Betreuer des Seminars vor. Insgesamt 13 Betreuer, mehrheitlich ehemalige Teilnehmer am Wettbewerb und nun Studierende, leiteten die Seminare und Versuche.

Die Teilnehmer bei der Begrüßung

Im Abschluss daran begann auch schon die erste „Physik-Schiene“. Jede solche Einheit war zwei Stunden lang, was etwa neunzig Minuten Physik inklusive Pausen entsprach. Nach den Erfahrungen der vergangenen Seminare ist dies eine angemessene Zeit für einen Vortrag, ein Aufgabenseminar oder ein Experiment. Insgesamt wurden 15 verschiedene Vorträge und 14 Versuche angeboten. Die Theorie-Veranstaltungen vermittelten grundlegendes Wissen für das Lösen von Aufgaben der Physik-Olympiade, etwa der Vortrag zum Experimentieren und Auswerten, oder beschäftigten sich mit einem abgegrenzten Gebiet wie z. B. der Speziellen Relativitätstheorie. Anhand der angebotenen Aufgabenseminare und Experimente konnten die Teilnehmer das Gelernte anwenden, und ihre praktischen Fähigkeiten trainieren. Das Anforderungsniveau der Seminare ging, der Olympiade folgend, häufig über das Schulniveau hinaus. Teilweise wurden auch Themen jenseits der Anforderungen für die IPhO angeschnitten. Klar war, dass man keine gelangweilten Schüler durch die Veranstaltungen schleppen musste. Den Vorträgen wurde mit großem Interesse gelauscht, viele Fragen wurden gestellt und natürlich beantwortet. Auch an den Versuchsaufbauten wurden die potentiellen Physik-Olympioniken schnell selbst aktiv.

Neben den Theorievorträgen wurde auch experimentiert

Nach den ersten beiden Schienen am Freitagnachmittag fuhren alle gemeinsam zur Jugendherberge Warnemünde, um dort den Tag ausklingen zu lassen. Der freie Abend wurde von den Teilnehmern ausgiebig für Spiele und Diskussionen verschiedenster Art genutzt. Insbesondere mussten natürlich Mafiosi und Bürger im bei Mathematik- und Physikwettbewerben beliebten Spiel „Mafia“ gegeneinander antreten. Auch eine Uno-Runde durfte nicht fehlen. Einige hartgesottene Teilnehmer und Betreuer nutzten die Gelegenheit um den Ostseestrand zu genießen und sogar in der Ostsee zu baden.

Die Jugendherberge lag direkt an der Ostsee

Ein besonderer Höhepunkt am Freitagabend war sicherlich der spannende Vortrag von Simeon Völkel über einen anderen Physik-Schülerwettbewerb: den „International Young Physicists’ Tournament“ (IYPT). Simeon Völkel war selbst Teilnehmer in der internationalen Endrunde und stellte den Aufbau des Wettbewerbs sowie einige sehr interessante Aufgaben mit den von ihm und seiner Mannschaft gefundenen Lösungen dar.

Am Samstagmorgen hieß es früh aufstehen. Nach dem Frühstück in der Jugendherberge mussten die Teilnehmer sich beeilen, um den bestellten Bus zu erreichen. Pünktlich um Viertel nach Acht fuhr dieser wieder in Richtung Universität ab.

Auf dem Weg zu der Universität

Dort angekommen begann der Tag für Teilnehmer und Betreuer mit einer Begrüßung durch Frau Prof. Heidi Reinholz. Und dann ging es auch schon wieder an die Arbeit, von Müdigkeit war nun nichts mehr zu spüren. Gleich vier Physik-Einheiten waren für den Samstag vorgesehen, unterbrochen von einer Mittagspause. Nach den anstrengenden vier Seminaren hatten sich die Teilnehmer dann eine Auszeit verdient. Diese begann mit einer physikalischen Experimentiershow der „Rostocker Stadtphysikanten“.

Experimentiershow der „Rostocker Stadtphysikanten“

Der letzte Abend des Seminars wurde ähnlich dem ersten verbracht. Es gab viel Gelegenheit sich auszutauschen über das eben gelernte und andere Themen, und auch wieder viele Spiele. Für Interessierte gab es auch am Abend noch einen Vortrag von Raffaela Milner zum Casimir Effekt, der Quantenfeldtheorie und Vakuumfluktuationen.

Die Zeit während des Seminars vergeht immer wie im Fluge. Und so war auch der Sonntagmorgen schnell da. Neben weiteren zwei Physik-Einheiten stand unter anderem auch ein Gruppenfoto alle Teilnehmer und Betreuer auf dem Programm. Zudem konnten die Teilnehmer Bewertungen und Rückmeldungen zu Ablauf und Inhalt des Seminars abgeben. Das Seminar klang mit einem gemeinsamen abschließenden Mittagessen aus. Im Anschluss daran traten Teilnehmer und Betreuer die Heimreise an, und verteilten sich wieder über das ganze Land.

Das Seminar nähert sich dem Ende

Damit endete das nunmehr sechste Seminar. Es war ein ereignisreiches und interessantes verlängertes Wochenende mit viel Physik, jedoch auch anderem. Unterstrichen wird der positive Gesamteindruck auch von den zahlreichen Rückmeldungen und Bewertungen des Seminars durch die Teilnehmer.

Neben den Hauptbeteiligten an der Organisation wurde das ganze nur möglich durch die 13 ehrenamtlichen Betreuer, namentlich Vitaly Andreev, Manuel Bärenz, Felix Becker, Maximilian Beyer, Pascal Cremer, Fabian Gundlach, Ilja Göthel, Martin Krebs, Johannes Rothe, Georg Schröter, Patrick Steinmüller, Simeon Völkel und Daniela Ziegler.

Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Wilhelm und Else Heraeus Stiftung, der Europäischen Physikalischen Gesellschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Universität Rostock war es möglich, die Teilnahmegebühr für die Schüler deutlich zu verringern und so mehr Schülern die Teilnahme zu ermöglichen. Der Fachbereich Physik der Universität Rostock stellte zudem Räume und Versuchsaufbauten für das Seminar zur Verfügung.

Gruppenfoto vor dem Hauptgebäude der Universität Rostock

(Bericht von Vitaly Andreev, Axel Boeltzig und Patrick Steinmüller)

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Ort: 
Rostock
Dauer: 
Freitag, 8. Oktober 2010 bis Sonntag, 10. Oktober 2010
Unterkunft: 
Deutschland
Tagungsort: 
Deutschland