Seminar München 2011

Status der Anmeldung: 
Geschlossen (Anmeldeschluss oder maximale Teilnehmerzahl erreicht)

In der Süddeutschen Zeitung vom 11. Oktober 2011 wurde in einem Artikel zu Orpheus auf dem Campus über das Seminar berichtet.

Seminarvorbereitung und Konzept

Das Ziel der Orpheus-Seminare ist zum einen, die jungen Nachwuchsphysiker bei dem Auswahlverfahren zur Internationalen Physikolympiade zu unterstützen, zum anderen jedoch auch, ihnen eine Gelegenheit zu bieten, Gleichinteressierte kennenzulernen.

Die geplanten Inhalte der einzelnen Kurse erstreckten sich sowohl über theoretische als auch über experimentelle Themen.
Die Teilnehmer können so ihre physikalischen Kenntnisse erweitern, und deren Anwendung an theoretischen Aufgaben und Experimenten üben. Die Auswahl der Seminarthemen deckt die Anforderungen der Internationalen Physikolympiade weitestgehend ab.

Der traditionelle Zeitpunkt des Seminars Anfang Oktober wird durch den Ablauf des IPhO-Auswahlwettbewerbs bestimmt, und fügt sich vor den Semesterbeginn der gastgebenden Universität ein. In diesem Jahr war die Veranstaltung in München zu Gast, so dass auch das Oktoberfest zu berücksichtigen war. Die Physikfakultät der Technischen Universität München stellte auf dem Campus in Garching Räumlichkeiten für die Seminare zur Verfügung. In einem Hostel direkt am Münchner Hauptbahnhof konnten die ca. 110 Teilnehmer und Betreuer von außerhalb untergebracht werden.

Die TUM unterstützte die Organisation des Seminars maßgeblich. Seitens des Vereins bildeten mehrere Mitglieder das Organisationsteam vor Ort. Weitere Mitglieder waren schließlich an der fachlichen Vorbereitung und Leitung der Seminare beteiligt - insgesamt 13 Seminarleiter wollten an dem Wochenende ehrenamtlich ihre Kenntnisse an den Nachwuchs vermitteln.

Aufgrund der anhaltend großen Nachfrage nach den Seminaren war das Ziel, die Zahl der möglichen Teilnehmer in diesem Jahr weiter zu erhöhen, jedoch nicht zu Lasten der Qualität der Kurse (etwa der Gruppengrößen). So sollten 2011 erstmals mehr als 100 Teilnehmer zusammentreffen.

Auch eine Verlängerung des Seminars um einen Tag wurde diskutiert. Dies würde ermöglichen, ein breiteres Programmspektrum anzubieten, z. B. eine Exkursion, eine Stadtführung oder ein Museumsbesuch. Auch aus finanziellen

Gründen wurden die Pläne für dieses Jahr jedoch zurückgestellt.

Es ist ein wichtiges Anliegen, dass der Teilnahme an dem Seminar keine finanziellen Hürden entgegen stehen. Entscheidend dafür ist ein nicht zu hoher Eigenbeitrag der Teilnehmer. - Ein Ziel, das nur durch die Förderung von Stiftungen, Sponsoren und Spendern erreicht werden kann.

Wir danken daher herzlich der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung sowie dem Unternehmen BSI AG für die finanzielle Unterstützung des Seminars. Der Teilnehmerbeitrag reduzierte sich so auf 50 Euro.
Zudem war es möglich, in einem Einzelfall den Beitrag zu erlassen, und so einem Schüler die Teilnahme trotz schwieriger finanziellen Lage zu ermöglichen.

Nach der Vorbereitung stand einem ereignisreichen Seminar-Wochenende somit nichts mehr im Weg!

Fachliches Programm des Seminars

Die Teilnehmer gaben bei der Anmeldung die Themen an, welche sie interessierten. Dazu wurden für jedes Thema die Inhalte, sowie ggf. benötigte Vorkenntnisse beschrieben. Insgesamt standen für die 8 Blöcke 29 Themen zur Auswahl, davon 6 Experimente und 23 Theorie- bzw. Aufgabenseminare. Anhand der Teilnehmerangaben konnte das Programm der Nachfrage angepasst werden.

Die einzelnen Themen und der entstandene Gesamtstundenplan mit Auswertung der Teilnehmerzahl ist im Anhang zu finden.
Mit diesem konnten die Teilnehmern vor Ort entscheiden, welche Themen sie wann besuchen möchten. Neben den Seminaren zu Themen aus den Anforderungen der Internationalen Physikolympiade wurden zudem Einführungskurse, etwa zu mathematischen Grundlagen, angeboten. Eine Besonderheit waren in diesem Jahr zwei zusätzliche Themen, welche von einem englischsprachigen Gastbetreuer aus Russland präsentiert wurden.

Dank der Physikfakultät standen Versuche das physikalischen Anfängerpraktikums sowie bis zu 13 Seminarräume im Mathematik-Informatik-Gebäude der TUM zur Verfügung. So konnten jeweils mindestens 10 Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden, was kleine Gruppen, und so eine gezieltere Förderung erlaubte.
Für die fachliche Durchführung des Seminars engagierten sich ehrenamtlich insgesamt 13 Betreuer, von denen sich die meisten im fortgeschrittenen Physikstudium befinden und Erfahrungen bei dem Auswahlverfahren sowie der Internationalen Physikolympiade selbst haben.

Ablauf des Seminars

Gezielt eingeladen wurden wie in den vergangenen Jahren die etwa 300 für die zweite Runde des IPhO-Auswahlwettbewerbs qualifizierten Schülerinnen und Schüler. Mit der erfolgreichen Bearbeitung der Aufgaben der ersten Auswahlrunde haben diese gezeigt, dass sie die nötige Motivation und Begeisterung besitzen, sich in anspruchsvolle Probleme einzuarbeiten.

Nach der Online-Anmeldung bekamen die Teilnehmer auch einen Gast-Account für die Internetseite des Vereins. Dort konnten Sie z. B. Bereits vor dem Seminar im Forum gestellte Aufgaben lösen, eigene Probleme stellen, oder über Physik oder das Seminar diskutieren.

Insgesamt meldeten sich 105 Teilnehmer an, davon 14 Schülerinnen. Die Teilnehmerhöchstzahl wurde damit erreicht, einzelnen Schülern musste daher nach Anmeldeschluss abgesagt werden.

Das Programm des Seminars gestaltete sich wie folgt:

  • Freitag:

    • Anreise zum Mathematik-Informatik-Gebäude der TU München (Campusgelände Garching) bis 14:00 Uhr
    • 14:00 Uhr: Begrüßung und Organisatorisches im MI Hörsaal 2
    • 14:45-16:45 Uhr: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 17:00-19:00 Uhr: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 19:00-20:00 Uhr: Abendessen
    • 20:20 Uhr: Fahrt mit dem Bus zur Unterkunft.
  • Samstag:
    • 6:30-7:00 Frühstück

    • 8:00-10:00 Uhr: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 10:15-12:15 Uhr: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 12:15-13:15 Uhr: Mittagessen
    • 13:15-15:15 Uhr: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 15:30-17:30 Uhr: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 18:00-19:00 Uhr: Vorträge von Professoren zur aktuellen Forschung
    • 19:00-20:00 Uhr: Abendessen
    • 20:20: Fahrt mit dem Bus zur Unterkunft.
  • Sonntag:
    • 6:30-7:00 Frühstück

    • 8:00-10:00 Uhr: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 10:15-12:15 Uhr: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 12:30-13:15 Uhr: Mittagessen
    • 13:15-13:45 Uhr: Verabschiedung im MI Hörsaal 2
    • nach dem Mittagessen selbstständige Abreise

Die Teilnehmer reisten am Freitag Nachmittag direkt zum Campusgelände der TU München in Garching an, wo sie im Mathematik-Informatik-Gebäude mit Informationen und Unterlagen zum Seminar empfangen wurden.

Zunächst wurden alle Teilnehmer gemeinsam durch den Vorstandsvorsitzenden des Vereins Vitaly Andreev begrüßt. Der Verein und der Ablauf des Seminars wurden vorgestellt. Anschließend präsentierte Simeon Völkel den International Young Physicists' Tournament (IYPT): Ein internationaler Schülerwettbewerb, bei dem im Team wissenschaftliche Fragestellungen untersucht und diskutiert werden, um die gefundenen Lösungen dann überzeugend präsentieren und verteidigen zu können.

Die Begrüßung schloss mit einer Selbstvorstellung des Softwareentwicklungs-Unternehmens BSI AG. Bei Interesse konnten die Teilnehmer bei Vertretern des Unternehmens auch im Anschluss mehr zur BSI AG, etwa zu Möglichkeiten für Praktika erfahren.

Danach folgten die ersten beiden der jeweils etwa 100-minütigen Physik-Einheiten. Mit seiner Magistrale bot das Mathematik-Informatik-Gebäude auch den Rahmen für das Abendessen. Der offizielle Teil des Tages endete mit der Busfahrt zum Hostel, dort hatten die Teilnehmer Gelegenheit, den Abend zum gegenseitigen Kennenlernen zu nutzen.

Jedoch hieß es am Samstag früh aufstehen: bereits 7 Uhr ging es wieder in Richtung Garching. Dort angekommen nutzten einige Teilnehmer die „Parabelrutsche“ in der Magistrale zum Munterwerden, bevor die ersten zwei Physikblöcken den Tag eröffneten. Nach der Mittagspause folgten weitere zwei Physikblöcke, mit Pausen für ein Gruppenfoto, Snacks und Getränke.

Als Höhepunkt des Tages stellten vier Professoren der TUM Themen ihrer aktuellen vor: die Teilnehmer hatten die schwierige Wahl, zwischen „Funktionalen Materialien“, „Ultrakalten Atomen“, dem „Rätsel der Antimaterie“ oder „von biologischen Nanostrukturen zur synthetischen Biologie“. In den kleineren Gruppen konnten die Professoren auch auf Fragen von Teilnehmern eingehen. Nach dem langen Tag kehrten die Teilnehmer in das Hostel zurück. Dort angekommen nutzten wieder viele die Gelegenheit, sich auszutauschen.

Der letzte Seminartag hielt nochmals zwei Physikblöcke bereit. Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte die Verabschiedung der Teilnehmer. Es wurden Teilnahmebestätigungen ausgegeben, und die zur Begrüßung verteilten Bögen mit den Rückmeldungen und Bewertungen der Teilnehmer wieder eingesammelt, bevor die Schülerinnen und Schüler wieder in alle Teile Deutschlands aufbrachen.

Rückmeldungen der Teilnehmer

Wie bei den vorangegangenen Seminaren wurden den Teilnehmern bei Ankunft Bewertungsbögen ausgeteilt. Zum einen konnten darin allgemeine Aspekte des Seminars (z. B. dessen Organisation und Programm) bewertet werden. Zum anderen wurden für jedes Seminar einzeln Bewertungen gesammelt. In Textfeldern konnten freie Kommentare und Anregungen eingetragen werden.

Von den 106 Teilnehmern wurden 76 Bögen zurückgegeben. Die Bewertungen wurden ausgewertet, und gemeinsam mit den freien Bemerkungen zusammengestellt.

Allgemein fallen die Rückmeldungen überaus positiv aus. Kritische Bemerkungen und Verbessungsvorschläge der Teilnehmer beziehen sich zumeist auf einzelne Aspekte der Organisation. Bei einigen Seminaren streuten die Einschätzungen stark. Es muss demnach versucht werden, noch besser auf die unterschiedlichen Vorkenntnisse der Teilnehmer einzugehen.

Ein häufiger genannter Punkt ist jedoch das mitunter als sehr voll und anstrengend empfundene Programm mit 8 Physik-Blöcken. Zudem wurde mehrfach der Wunsch geäußert, ergänzend zu den Seminaren weitere wissenschaftliche oder auch kulturelle Programmpunkte aufzunehmen.

Dennoch zeigten sich die Teilnehmer insgesamt sehr zufrieden mit dem Seminar. 95% derer die angaben im kommenden Jahr noch teilnahmeberechtigt zu sein würden wieder ein solches Seminar besuchen.

Die Rückmeldungen der Teilnehmer bilden eine wertvolle Grundlage der Planung für kommende Veranstaltungen. Eine komplette Zusammenfassung der Teilnehmerrückmeldungen ist bei Interesse erhältlich.

(Bericht von Vitaly Andreev und Axel Boeltzig)

Ort: 
München
Dauer: 
Freitag, 7. Oktober 2011 bis Sonntag, 9. Oktober 2011
Unterkunft: 
Deutschland
Tagungsort: 
Deutschland