Seminar Dresden 2012

Status der Anmeldung: 
Geschlossen (Anmeldeschluss oder maximale Teilnehmerzahl erreicht)

Das 8. Orpheus-Seminar fand vom 5. bis 7. Oktober in Dresden statt. 75 physikbegeisterte Schülerinnen und Schüler konnten an der Technischen Universität Dresden begrüßt werden, und in den Workshops gemeinsam Physik trainieren.

Weitere Fotos vom Seminar werden in der Fotogalerie zu finden sein.

In der Sächsischen Zeitung vom 04.10.2012 wurde in einem Artikel zu Junge Physik-Genies lernen an der Uni über das Seminar berichtet.

Seminarvorbereitung und Konzept

Das Ziel der Orpheus-Seminare ist zum einen, die jungen Nachwuchsphysiker bei dem Auswahlverfahren zur Internationalen Physikolympiade zu unterstützen, zum anderen jedoch auch, ihnen eine Gelegenheit zu bieten, Gleichinteressierte kennenzulernen.

Die geplanten Inhalte der einzelnen Kurse erstreckten sich sowohl über theoretische als auch über experimentelle Themen.
Die Teilnehmer können so ihre physikalischen Kenntnisse erweitern, und deren Anwendung an theoretischen Aufgaben und Experimenten üben. Die Auswahl der Seminarthemen deckt die Anforderungen der Internationalen Physikolympiade weitestgehend ab.
Der traditionelle Zeitpunkt des Seminars Anfang Oktober wird durch den Ablauf des IPhO-Auswahlwettbewerbs bestimmt, und fügt sich vor den Semesterbeginn der gastgebenden Universität ein. In diesem Jahr war die Veranstaltung in Dresden zu Gast. Die Physikfakultät der Technischen Universität Dresden stellte auf dem Campus Räumlichkeiten für die Seminare zur Verfügung. Untergebracht wurden die Teilnehmer und Betreuer von außerhalb in der Jugendherberge Dresden.

Die TU Dresden unterstützte die Organisation des Seminars maßgeblich. Seitens des Orpheus-Vereins bildeten mehrere Mitglieder das Organisationsteam. Weitere Mitglieder waren schließlich an der fachlichen Vorbereitung und Leitung der Seminare beteiligt - insgesamt 15 Seminarleiter wollten an dem Wochenende ehrenamtlich ihre Kenntnisse an den Nachwuchs vermitteln.
Auch in diesem Jahr wurde eine Verlängerung des Seminars um einen Tag diskutiert. Dies würde ermöglichen, ein breiteres Programmspektrum anzubieten, z. B. eine Exkursion, eine Stadtführung oder einen Museumsbesuch. Da eine Verlängerung des Seminars die Gesamtkosten enorm steigen lassen würde und es entschieden wurde, den Teilnehmerbeitrag nicht zu hoch zu halten, wurden aus finanziellen Gründen diese Pläne für dieses Jahr jedoch zurückgestellt.

Es ist ein wichtiges Anliegen, dass der Teilnahme an dem Seminar keine finanziellen Hürden entgegen stehen. Entscheidend dafür ist ein nicht zu hoher Eigenbeitrag der Teilnehmer. - Ein Ziel, das nur durch die Förderung von Stiftungen, Sponsoren und Spendern erreicht werden kann. Ganz besonders danken wir an dieser Stelle herzlich der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung für die finanzielle Unterstützung des Seminars.
Außerdem bedanken wir uns bei Von Ardenne Anlagentechnik GmbH sowie den Freunden und Förderern der TU Dresden.
Der Teilnehmerbeitrag reduzierte sich so auf 50 Euro.

Für das Seminar wurde zum ersten Mal eine Versicherung abgeschlossen, die alle Teilnehmer und Betreuer mi Reisekrankenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung und Rechtsschutzversicherung versichert.

Nach der langen Vorbereitung, die sich über mehrere Monate erstreckt, freuten sich so alle Vereinsmitglieder und Teilnehmer auf das ereignisreiche Seminar-Wochenende in Dresden.

Fachliches Programm des Seminars

Die Teilnehmer gaben bei der Anmeldung die Themen an, welche sie interessierten. Dazu wurden für jedes Thema die Inhalte, sowie ggf. benötigte Vorkenntnisse beschrieben. Insgesamt standen für die 8 Blöcke 41 Themen zur Auswahl, davon 15 Experimente und 26 Theorie- bzw. Aufgabenseminare. Anhand der Teilnehmerangaben konnte das Programm der Nachfrage angepasst werden.

Neben den Seminaren zu Themen aus den Anforderungen der Internationalen Physikolympiade wurden zudem Einführungskurse, etwa zu mathematischen Grundlagen, angeboten. Wie beim letzten Seminar in München gab es eine Besonderheit von zwei zusätzlichen Themen, welche von einem englischsprachigen Gastbetreuer aus Russland präsentiert wurden. In folgender Tabelle ist eine Übersicht aller Themen dargestellt. Die ausführliche Themenbeschreibung und der entstandene Gesamtstundenplan mit Auswertung der Teilnehmerzahl ist bei Dokumenten zu finden.

Bereich Thema
Vorkurse für Mathematik und Anderes Einführung ins Differenzieren
Einführung ins Integrieren
Näherungsmethoden
Einfache Differentialgleichungen
Experimentieren und Auswerten
Mechanik Klassische Mechanik
Rotationsbewegungen
Himmelsmechanik
Harmonische Schwingungen
Aufgabenseminar klassische Mechanik
Theoretische Mechanik
Experiment: Schwingungen eines schwimmenden Reagenzglases
Experiment: Rotationsbewegungen - Trägheitsmomente
Experiment: Gravitationsbeschleunigung
Elektromagnetismus Elektrodynamik 1
Elektrodynamik 2
komplexe Wechselstromrechnung
Aufgabenseminar Elektrodynamik
Experiment: Erdmagnetfeld
Experiment: Dielektrika in Kondensatoren
Experiment: Elektrische Leitfähigkeit
Experiment: Elektrische Blackboxen
Gase und Flüssigkeiten Einführung in Wärmelehre/Gastheorie
Phänomenologische Thermodynamik
Aufgabenseminar Thermodynamik
Experiment: Luftvolumen-Bestimmung
Experiment: Umwandlungsenergien
Experiment: Adiabatische Zustandsänderung
Optik und Wellen Wellenoptik
Geometrische Optik
Optische Abbildungen
Experiment: Krümmungsradius von Uhrgläsern
Experiment: Brechungsindex von Plexiglas
Experiment: Stehende Wellen, Schallgeschwindigkeit
Moderne Physik Quanten - und Atomphysik
Struktur der Materie
Aufgabenseminar Quanten- und Atomphysik und Struktur der Materie
Spezielle Relativitätstheorie
Experiment: Fotoeffekt
Themen auf Englisch Mathematical methods of physics. Review and Practice.
Mathematical pendulum - how to explore an phenomena

Dank der Physikfakultät standen Versuche des physikalischen Praktikums sowie Seminarräume auf dem Campus der TU Dresden zur Verfügung. So konnten mehrere Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden, was kleine Gruppen, und so eine gezieltere Förderung erlaubte.

Für die fachliche Durchführung des Seminars engagierten sich ehrenamtlich insgesamt 15 Betreuer. Die meisten befinden sich im fortgeschrittenen Physikstudium und haben Erfahrungen bei dem Auswahlverfahren sowie der Internationalen Physikolympiade selbst.

Ablauf des Seminars

Gezielt eingeladen wurden wie in den vergangenen Jahren die etwa 300 für die zweite Runde des IPhO-Auswahlwettbewerbs qualifizierten Schülerinnen und Schüler. Mit der erfolgreichen Bearbeitung der Aufgaben der ersten Auswahlrunde haben diese gezeigt, dass sie die nötige Motivation und Begeisterung besitzen, sich in anspruchsvolle Probleme einzuarbeiten.

Nach der Online-Anmeldung bekamen die Teilnehmer auch einen Account für die Internetseite des Vereins. Dort konnten Sie z. B. Bereits vor dem Seminar im Forum gestellte Aufgaben lösen, eigene Probleme stellen, oder über Physik oder das Seminar diskutieren.

Insgesamt meldeten sich 75 Teilnehmer an, davon 13 Schülerinnen. Aus welchen Bundesländern die TeilnehmerInnen kamen, ist im Abschnitt „Seminarstatistik“ dargestellt. Für jeden Teilnehmer und Betreuer wurde mit Hilfe eines von zwei Vereinsmitgliedern entwickelten Programms gemäß seinen Wünschen ein persönlicher Stundenplan erstellt.

Das Programm des Seminars gestaltete sich wie folgt:

  • Freitag:

    • Anreise zum Campus der TU Dresden bis 14:00 Uhr
    • 14:00-15:00: Begrüßung und Organisatorisches
    • 15:00-16:30: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 17:00-18:30: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 18:30-19:30: Abendessen
    • 20:00-21:00: Professorenvortrag „Astrophysik: Leben auf fremden Welten“
    • 21:00: Fahrt zur Unterkunft, dort Spiele- und Kennenlernabend (optional)
  • Samstag:
    • 6:00-8:00: Frühstück
    • 7:40-8:00: Stadtbummel und Spaziergang zur Universität (optional)
    • 9:20-10:50: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 11:20-12:50: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 13:00-14:00: Mittagessen
    • 14:00-14:30: Vorstellung „junge Deutsche Physikalische Gesellschaft“, „International Young Physicists Tournament“, „VEGA e.V.“
    • 14:40: Gruppenfoto
    • 15:20-16:50: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 17:20-18:50: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 18:50-19:50: Abendessen
    • 19:50: Fahrt zur Unterkunft oder in die Stadt
    • ab 21:00: Abendvorträge, z.B. „Eulersche Formel“, „Quantengravitation“, sowie Spiele- und Kennenlernabend (optional)
  • Sonntag:
    • 6:00-8:00: Frühstück
    • 8:00-8:30: Zimmer aufräumen
    • 9:00-10:30: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 11:00-12:30: Experimentalpraktika/Theorievorträge
    • 12:30-14:00: Mittagessen und Verabschiedung

Die Teilnehmer reisten am Freitag Nachmittag direkt zum Campusgelände der TU Dresden an, wo sie mit Informationen und Unterlagen zum Seminar empfangen wurden. Zunächst wurden alle Teilnehmer gemeinsam durch den Vorstand und Organisatoren vor Ort begrüßt. Der Verein und der Ablauf des Seminars wurden vorgestellt.

Danach folgten die ersten beiden der jeweils etwa 100-minütigen Physik-Einheiten. Nach dem Abendessen folgte der Professorenvortrag über die „Astrophysik und Leben auf fremden Welten“ - ein Thema, das sicherlich viele physikbegeisterte Schüler interessiert. Der offizielle Teil des Tages endete mit der Busfahrt zum Hostel, dort hatten die Teilnehmer Gelegenheit, den Abend zum gegenseitigen Kennenlernen zu nutzen.

Am Samstag hatten hatten die Teilnehmer die Möglichkeit bei einem Stadtbummel die Stadt Dresden kennenzulernen, bevor die ersten zwei Physikblöcken den Tag eröffneten. Danach stärkten sich die Teilnehmer mit dem Mittagessen, außerdem wurde ein weiterer Physikwettbewerb, nämlich „International Young Physicists Tournament“ vorgestellt. Ein internationaler Schülerwettbewerb, bei dem im Team wissenschaftliche Fragestellungen untersucht und diskutiert werden, um die gefundenen Lösungen dann überzeugend präsentieren und verteidigen zu können. Außerdem erfuhren die Teilnehmer von zwei anderen Vereinen für Nachwuchsförderung, von dem Astronomieverein „VEGA e.V.“ sowie von der „jungen Deutschen Physikalischen Gesellschaft“ - einem Partnerverein von Orpheus. Nach der Mittagspause folgten weitere zwei Physikblöcke, mit Pausen für Snacks und Getränke. Nach dem langen Tag kehrten die Teilnehmer in die Jugendherberge zurück. Dort angekommen nutzten wieder viele die Gelegenheit, sich auszutauschen. Außerdem gab es die Möglichkeit, an den Abendvorträgen über die Eulersche Formel oder Quantengravitation teilzunehmen.

Der letzte Seminartag hielt nochmals zwei Physikblöcke bereit. Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte die Verabschiedung der Teilnehmer. Es wurden Teilnahmebestätigungen ausgegeben, und die zur Begrüßung verteilten Bögen mit den Rückmeldungen und Bewertungen der Teilnehmer wieder eingesammelt, bevor die Schülerinnen und Schüler wieder in alle Teile Deutschlands aufbrachen.

Rückmeldungen der Teilnehmer

Wie bei den vorangegangenen Seminaren wurden den Teilnehmern bei Ankunft Bewertungsbögen ausgeteilt. Zum einen konnten darin allgemeine Aspekte des Seminars (z. B. dessen Organisation und Programm) bewertet werden. Zum anderen wurden für jedes Seminar einzeln Bewertungen gesammelt. In Textfeldern konnten freie Kommentare und Anregungen eingetragen werden.

Insgesamt wurden 52 Rückmeldebögen ausgefüllt. 30 von 52 Teilnehmern gaben an, im kommenden Jahr noch teilnahmeberechtigt zu sein und wieder ein solches Vorbereitungsseminar besuchen zu wollen. Zwei weitere Teilnehmer gaben diese Antwort sogar, obwohl sie im kommenden Jahr nicht mehr IPhO-teilnahmeberechtigt sind. Diese Quote ist niedriger als im Vorjahr, dennoch ergeben die die Rückmeldungen der Teilnehmer wieder ein sehr positives Bild. Die Verbesserungswünsche sind ähnlich denen des Vorjahrs und beziehen sich überwiegend auf Erweiterungen im inhaltlichen Programm und die Frage nach einem längeren Seminar. Viele der Teilnehmer haben sich persönlich bedankt und schrieben u.a. Folgendes:

  • „Es war ein schönes Seminar“
  • „Mir hat das Seminar gut gefallen.“ (2x)
  • „Vielen Dank für den Einsatz, dieses Seminar durchzuführen.“
  • „Die Themen waren sehr gut gestreut, detailreich und verständlich dargestellt.“
  • „Das Niveau war auch sehr ausgeglichen, es gab einfache aber auch sehr komplizierte Themen, die recht anstrengend zu verstehen war (meine Meinung).“
  • „Ein längerer Aufenthalt hätte mehr Seminare ermöglicht, mehr Zeit an dem Veranstaltungsort und mehr Kontakt zu den Anderen.“
  • „ ist toll, sollte aber länger sein.“
  • „Alle Vorträge waren ingsgesamt sehr gelungen und interessant.“

(Bericht von Vitaly Andreev)

Fragen

Falls noch Fragen zum Seminar offen geblieben sind, beantworten wir sie gern unter seminar@orpheus-verein.de.

Ort: 
Dresden
Dauer: 
Freitag, 5. Oktober 2012 bis Sonntag, 7. Oktober 2012
Unterkunft: 
Deutschland
Tagungsort: 
Deutschland